KinderBegegnungsstätteDemokrat*innen bei der Arbeit
 
NationalitätenVolksfestAusstellung
 
BildungsgangInternationale Begegnungsstätte Share my Music
Link zur Seite versenden   Druckansicht öffnen
 

SelbstverständlichPolitik

Demokratie muss gelebt werden, Demokratie muss erlernt werden.
Politische Bildung ist dazu der Schlüssel, an Schulen wie in der Erwachsenenbildung.

In diesem Sinne haben sich der Verein Miteinander leben e.V. Mölln und die Volkshochschule Ratzeburg zusammen gefunden, um wiederkehrend unter dem Motto „SelbstVerständlich Politik“ kostenlose Vortrags- und Seminarveranstaltungen zu aktuellen politischen Themen anzubieten, die zur Meinungsbildung und zum Mitdiskutieren einladen. Dabei werden sie unterstützt durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. 

Vortrag
SelbstVerständlich Politik
Unterricht

Politisches Bildungsprogramm 2024

Schicksalswahl in den USA
Vortrag mit Dr. Udo Metzinger
27.09.2024, 19:00 Uhr, Ratssaal des Ratzeburger Rathauses

 Dr. Udo Metzinger Bei der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA steht viel mehr auf dem Stimmzettel als die Kandidaten Joe Biden und Donald Trump. Es ist eine Richtungswahl, innenpolitisch wie geopolitisch. Die Gesellschaft ringt um ihr Selbstverständnis, liberal und progressiv oder konservativ und evangelikal. Die Spaltung ist tief, die Kandidaten im jeweils anderen Lager verhasst. Die Rhetorik ist unversöhnlich. Führt diese Wahl in eine noch tiefer Kluft, in das Undenkbare einer auseinanderfallenden Gesellschaft? Es geht aber auch um die zukünftige Rolle der USA in der Welt. Die Wahl wird entscheiden, ob Amerika weiterhin der maßgebliche Garant der multilateralen, regelbasierten Weltordnung sein wird. Mit weitreichenden Folgen, für die Ukraine, für Europa, aber auch für Russland und China. Es wird eine Schicksalswahl, ausgetragen von zwei alten weißen Männern, an deren Fähigkeiten schon im Vorwege gezweifelt wird.

 

Der Vortrag wird über die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' gefördert. Der Eintritt ist kostenlos. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.


Europa hat die Wahl - Stärkung oder Spaltung?
Podiumsgespräch mit Enrico Kreft von der Europa-Union Deutschland
25.04.2023, 19:00 Uhr, Ratssaal des Ratzeburger Rathauses

 Enrico Kreft von der Europa-Union Deutschland Vom 6. bis 9. Juni 2024 findet in den Ländern der Europäischen Union die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Wird sie Europa stärken oder spalten? Neben vielen pro-europäischen Kräften im Parlament formieren sich auch Gegner des europäischen Gedankens. Nationalisten, Rechtspopulisten oder Extremisten versuchen es, mit ihrer Agenda in die europäischen Institutionen zu schaffen, um sie zu schwächen oder gar abzuschaffen. Die Wahl zum Europaparlament wird damit auch zu einer Abstimmung über die Zukunft der europäischen Einigung.

 

Zusammen mit Enrico Kreft von der Europa-Union soll analysiert werden, wie die Europäische Union sich entwickeln würde, wenn die politische Agenda ihrer Gegner im Parlament eine Mehrheit findet. Ein Blick in die Wahlprogramme kann hier Aufschluss geben und sollte unbedingt gemeinsam diskutiert werden ... vor der Wahl zum Europäischen Parlament.

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.


Kriegstüchtig? In 3 – 5 Jahren?
Ein Diskurs zur Wehrfähigkeit
Vortrag von Dr. Udo Metzinger
15.03.2024, 19:00 Uhr, Ratssaal des Ratzeburger Rathauses

 Dr. Udo Metzinger Verteidigungsminister Boris Pistorius skizziert die ausgerufene ˈZeitenwendeˈ in seinen politischen Reden mit markigen Worten. Er spricht davon, dass Deutschland in den kommenden 3 – 5 Jahre wieder ‚kriegstüchtig‘ werden müsse. Dabei meint er einerseits die neue Aufgabenstellung der Bundeswehr und die Fähigkeiten, die sie dafür entwickeln muss. Er will mit dieser kontroversen Wortwahl aber auch eine gesellschaftliche Debatte anstoßen. Es soll über die Wehrfähigkeit des Landes diskutiert werden. Damit verbunden ist auch Frage, ob Bundeswehr und Gesellschaft in der Lage sind, einen Krieg zu führen, wenn die russische Aggression sich ausweitet.

 

Dieser Debatte soll im Vortrag von Dr. Udo Metzinger Raum gegeben werden. Als Politikwissenschaftler arbeitet er im Netzwerk Politische Bildung in der Bundeswehr und kann dort den Transformationsprozess innerhalb der Truppe verfolgen, die sich von Auslandseinsätzen zurück zur Bündnis- und Landesverteidigung entwickeln muss. Er weiß, dass dieser Prozess nicht allein militärischer Natur ist. Es bedarf politischer Entscheidungen, der Bereitstellung von Ressourcen, die mit Priorisierungen verbunden sein können. Es bedarf auch eines kritischen Blicks auf die Infrastruktur des Landes, auf die Abwehrbereitschaft gegenüber digitalen und hybriden Kriegsformen, wie Cyberattacken auf kritische Infrastrukturen oder Desinformationskampagnen im Netz, die zu einer Spaltung der Gesellschaft führen soll.

 

Ist mithin das lateinische Sprichwort „Si vis pacem para bellum“ - „Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“ die unausweichliche Maxime einer Zeitwende, die uns mit dem Angriffskrieg Russlands in Europa aufgezwungen wird? Darüber muss gesprochen werden.

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.


Rassismus ist (un-)überwindbar?
Vortrag von Evans Gumbe
14.03.2024, 19:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte 'Lohgerberei' in Mölln

 Evans Gumbe, Lehrbeauftragter an der Universität Lübeck, interkultureller Trainer und Projektmanager im Bereich Internationales an der Technischen Hochschule Lübeck Für viele Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, sind Rassismus und rassistische Diskriminierung alltägliche Realitäten. Sie machen Rassismuserfahrungen aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe, ihrer ethnischen, kulturellen oder religiösen Herkunft und Zugehörigkeit, ihres Namens oder ihrer Sprache. Diese Formen von Rassismus reichen von beleidigenden Bemerkungen, Witzen und Kommentaren bis hin zu persönlichen Angriffen und struktureller Benachteiligung. Diese Erfahrungen sind nicht nur schmerzhaft und herabwürdigend, sondern für viele auch bedauerlicherweise zur "Normalität" geworden, die ihr Leben in vielerlei Hinsicht einschränken. Oft fühlen sich die Betroffenen mit ihren Erfahrungen machtlos und isoliert. 

 

Diesem Rassismus in den Köpfen von Menschen, in institutionellen Strukturen wirksam entgegenzuwirken ist eine große, gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie muss auf vielen Ebenen ansetzen und braucht einen ˈlangen Atemˈ sowie nimmermüdes, motiviertes und motivierendes Engagement vieler Menschen in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft, wo Rassismus sich alltäglich zeigen kann. Vor allem aber braucht es dabei die aktive und selbstbestimmte Mitwirkung von Betroffenen von rassistischer Gewalt und Ausgrenzung. 

 

Darüber möchte Evans Gumbe, Lehrbeauftragter an der Universität Lübeck, interkultureller Trainer und Projektmanager im Bereich Internationales an der Technischen Hochschule Lübeck sprechen und diskutieren. 


Wie entsteht ein demokratisches „Wir“?
Zur Zukunft der Demokratie.
Vortrag von Prof. Jürgen Manemann
28.02.2024, 19:00 Uhr, Ratssaal des Ratzeburger Rathauses

Demokratie ist ein Versprechen: die Herrschaft des Volkes. Das Volk ist aber keine Einheit. Es setzt sich zusammen aus vielen Individuen. Wie kann sich angesichts dieser Verschiedenheit ein demokratisches Wir einstellen, das der Versuchung eines identitären Wir widersteht?


 Prof. Jürgen Manemann Ein Wir ist immer emotional verfasst. Das identitäre Wir sieht in der Verschiedenheit eine Gefahr. Identitätspolitisch zielt es auf die Einhegung von Pluralität durch Assimilation oder auf ihre Bekämpfung durch Exklusion (Identitäre Bewegung). Seine emotionalen Kräfte sind Stolz und Zorn. Die Auswirkungen eines identitären Wir zeigen sich sehr deutlich im Erstarken populistischer   Bewegungen und Parteien. Das demokratische Wir ist plural. Es erkennt die Verschiedenheit der Individuen und des  Ganzen an. Es ist ein revolutionäres Wir: Es empowert und verändert das Ich und bringt so die Verhältnisse zum   Tanzen. Seine emotionale Verfasstheit beruht wesentlich auf einer Sensibilisierung. Das demokratische Wir steht für eine leidempfindliche und differenzsensible Politik, die nicht bei der Wahrnehmung des eigenen Leids stehen bleibt, sondern empfänglich ist für das Leid Anderer.

 

Prof. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstitutes für Philosophie in Hannover, skizziert in seinem Vortrag den Gegensatz zwischen demokratischen und identitären Wir und damit auch den profunden Gegensatz zwischen Demokratie und Populismus. 

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar. 


„Rassismus ist (un-)überwindbar?“
Konzepte für eine erfolgreiche Antirassismusarbeit im ländlichen Raum
Konferenz in Seminarformat
Termin und Ort werden noch bestimmt

 SelbstVerständlich Politik Rassismus in den Köpfen von Menschen, in institutionellen Strukturen wirksam entgegenzuwirken ist eine große, gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie muss auf vielen Ebenen ansetzen und braucht einen ˈlangen Atemˈ sowie nimmermüdes, motiviertes und motivierendes Engagement vieler Menschen in Haupt- und Ehrenamt, in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft, wo Rassismus sich alltäglich zeigen kann und auch, so die Grundannahme, alltäglich zeigt. Vor allem aber braucht es die aktive und selbstbestimmte Mitwirkung von Betroffenen von rassistischer Gewalt und Ausgrenzung. Auf der Konferenz „Rassismus ist (un-)überwindbar?“ sollen Konzepte für eine erfolgreiche Antirassismusarbeit im ländlichen Raum erarbeitet werden.  

 

Der Fokus auf den ländlichen Raum ist aus Sicht des Projektträgers, der selbst im ländlichen Raum arbeitet, von besonderer Bedeutung, da sich hier antirassistische Arbeit ungleich schwerer organisieren lässt, als in Metropolregionen. Die Dichte und Erreichbarkeit von Beratungsangeboten, das Vorhandensein von zivilgesellschaftlichen Initiativen der Antirassismusarbeit oder von Migrantenselbstorganisationen ist bei weitem nicht so ausgeprägt und macht es Betroffenen von rassistischer Gewalt und Diskriminierung ungleich schwerer, Unterstützung zu finden.  

Die Konferenz im Seminarformat möchte hier mit Multiplikator*innen aus der Beratungsarbeit und aus der Zivilgesellschaft, aber auch mit interessierten Bürger*innen Diskussionen führen, wie diese Unterstützung im ländlichen Raum besser organisiert werden kann. Dabei sollen auch wirksame Formen der Präventionsarbeit gegen Rassismus und der Aufbau von arbeitsfähigen Netzwerkstrukturen im ländlichen Raum erörtert werden.

 

Programm

Seminarteil 1: „Erfolge und Misserfolge der Antirassismusarbeit – Was können wir lernen?“

Seminarteil 2: „Betroffene als Akteure der Antirassismusarbeit gewinnen – Empowerment, Selbstbestimmung, Perspektivwechsel“ 

Seminarteil 3: „Praxisübungen zur Antirassismusarbeit“

Seminarteil 4: „Gemeinsame Konzeptarbeit“


Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist obligatorisch unter .

 Podcast-Reihe zur politischen Bildung

 

Zusätzlich zum Vortrags- und Seminarprogramm bieten der Verein Miteinander leben e.V. und die Ratzeburger Volkshochschule politische Bildung auch im Podcast-Format.

Klicken Sie hier, um die Inhalte von "podcaster.de" anzuzeigen. Beim Aufruf gelten abweichende Datenschutzbestimmungen der Webseite "podcaster.de"


Auch im Offenen Kanals Lübeck werden wiederkehrend Sendungen zu politischen Themen im Rahmen der Podcast-Reihe„SelbstVerständlich Politik“ ausgestrahlt und in der Mediathek vorgehalten.

 

Die Podcasts werden gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Politisches Bildungsprogramm 2023

'Antisemitismus: In den Köpfen ... auf der Straße ...'
Vortrag von Dr. Olaf Kistenmacher
29.11.2023, 19:00 Uhr, Ratssaal des Ratzeburger Rathauses

 SelbstVerständlich PolitikJudenhass nimmt unübersehbar zu. Das ist nicht erst seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 so. Schon zuvor war, wie der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 deutlich gemacht hat, die Bedrohungslage hoch. Auf das Feindbild Israel können sich viele einigen: in der Kunstszene ebenso wie bei den Coronaleugnern, bei der extremen Rechten wie in der radikalen Linken, und selbst bei denen, die sich offiziell proisraelisch geben, kommt schnell ein „Aber“. Auch der Unterschied zwischen Israel und Jüdinnen und Juden spielt oft keine Rolle mehr. Der Vortrag wird zeigen, welche Faktoren dabei zusammenkommen – und warum Antisemitismus in Deutschland kein „importiertes“ Problem ist. 

 

Dr. Olaf Kistenmacher promovierte über antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der KPD zur Zeit der Weimarer Republik, arbeitet als Journalist und ist seit 20 Jahren in der politischen Bildung gegen Antisemitismus und Rassismus tätig. 

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Voranmeldung wird erbeten unter . Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar. 

 


 

Europas Stereotype zu Afrika
Vortrag von Dr. Günther Rusch
12.10.2023, 19:00 Uhr, Stadtbücherei Ratzeburg

 

Afrikaexperte Dr. Günther Rusch zu Gast als Seminar- und Vortragsdozent in Ratzeburg © Verein Miteinander leben e.VDer Blick aus Europa auf Afrika ist mit vielen Stereotypen behaftet, die sich teils aus der kolonialen Vergangenheit bis heute erhalten haben, teils aber auch auf rassistischen Denkmustern fußen, von denen sich die wenigsten Menschen völlig freimachen können. Es ist immer wieder ein Blick von oben herab, mit wohlgemeinten paternalistischen Zügen und einem Hang zur Besserwisserei. Als vermeintlich hochentwickelte Europäer weiß man schließlich, wie es geht und wie man zu Wohlstand, Frieden und einem guten Leben kommt. Diese Stereotype und das damit verbundene Halbwissen verstellen vielfach den Blick auf die Vielfältigkeit afrikanischer Gesellschaften und ihre Leistungen. Dr. Günther Rusch kennt dies aus eigener Erfahrung. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Ghana, ist weitgereist auf dem Kontinent. Seine Wahrnehmung von Afrika ist eine völlig andere geworden und er findet zu jedem Stereotyp hunderte von Gegenbeispiele. Um Afrika ein Stück weit gerechter zu werden, lädt er ein, einmal die große Kiste dieser vorgefassten Meinungen zu öffnen und gemeinsam zu betrachten, was dran ist an unserem europäischen Bild von Afrika. Überraschende Erkenntnisse sind vorprogrammiert.

 

Dr. Günther Rusch hat sich seit seinen Studienjahren in den 1960er und 70er Jahren in vielfältiger Weise mit nahezu allen Regionen Afrikas befasst; wissenschaftlich, als Berater, Referent und Delegierter von Hilfsorganisationen, als Dozent an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus, an zwei afrikanischen Hochschulen sowie in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Voranmeldung wird erbeten unter . Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

 


 

„Gespalten! – Wie Gesellschaften auseinanderdriften“
Eine Analyse am Fallbeispiel der USA
Vortrag von Dr. Udo Metzinger
22.09.2023, 19:00 Uhr, Stadtbücherei Ratzeburg

 

Dr. Udo MetzingerWiderstreitende Interessen sind in demokratischen Gesellschaften Normalität. Das gemeinsame Ringen um die besten Lösungen, ist politischer Alltag. Der Wert des Kompromisses, der möglichst viele Positionen zusammenbringen und auch andere Überzeugungen anerkennt, ist dabei ein zentrales Element. Ebenso das Wissen, dass große Veränderungen nur zu bewältigen sind, wenn möglichst viele Menschen sich mit ihren Vorstellungen, Sorgen und Wünschen in diesem politischen Prozess wiederfinden und respektiert sehen. Über viele Jahrzehnte haben sich demokratische Gesellschaften in diesem Sinne durchaus robust gezeigt, waren mit ihren Freiheiten und dem errungenen Wohlstand gar ein Erfolgsmodell für die Welt. Dieses Bild hat Risse bekommen. Eine Spaltung macht sich in vielen Gesellschaften breit, die sich mit dem Begriff des Populismus oder auch mit religiösem Dogmatismus verbindet. Aus dem berechtigten Widerstreit von Interessen werden zunehmend emotional aufgeladene Auseinandersetzungen. Gegenseitige Unterstellungen und geschürte Angst, führen zu unversöhnlichen Haltungen, auch zu einem neuen Lagerdenken. Der Kompromiss hat es dabei immer schwerer, seine verbindende Kraft zu entfalten. Er wird als faul oder gar als Verrat empfunden. Was geschieht in den Demokratien? Warum verlieren freie Gesellschaften ihre Fähigkeiten, in gegenseitigen Respekt und für das gemeinsame Wohl zusammenzuarbeiten? Ein Blick in die USA kann helfen, diese Prozesse zu verstehen. In kaum einer anderen westlichen Demokratie ist diese gesellschaftliche Spaltung so rasant und tiefgehend vorangeschritten. Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger möchte den zersetzenden Cocktail, der dazu geführt hat, analysieren und so den Blick auf Prozesse schärfen, die sich bereits auch in unserer Gesellschaft zeigen.

 

Dr. Udo Metzinger ist seit vielen Jahren in der Politischen Bildungsarbeit tätig, u.a. im Netzwerk Politische Bildung in der Bundeswehr, an verschiedenen Akademien und für viele freie Träger der Politischen Bildung.

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Voranmeldung wird erbeten unter . Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar. 

 


 
Was kommt durch den Klimawandel auf uns zu?
Vortrag mit Dr. Markus Groth
23.03.2023, 19:00 Uhr, Ratssaal des Rathauses

 

Dr. Markus GrothDer menschengemachte Klimawandel wird seit Dekaden in wissenschaftlichen Studien beschrieben und ist eindeutig belegt. Auch seine Folgen, für Umwelt und Natur, für die Lebensgrundlage von Pflanzen, Tieren und Menschen, aber auch für Gesellschaften und Politik, sind weitgehend analysiert und im wissenschaftlichen Diskurs anerkannt. Der Klimawandel kostet Leben, Sicherheit, Gerechtigkeit und Wohlstand und bedroht in dieser Summe die globale Zukunft, auch des Menschen. Angesichts solch dramatischer gesamtgesellschaftlicher Folgen ist es kaum zu verstehen, dass der Mensch als Verursacher nicht radikal umsteuert, in seiner Art zu leben, zu wirtschaften, Ressourcen zu verbrauchen und diese fair zu teilen. Eine Erklärung für diese verbreitete Untätigkeit kann vielleicht daran liegen, dass all diese wissenschaftlichen Prognosen mit ihren Dimensionen nicht immer nicht ihren Weg in die Lebenswirklichkeit der Menschen finden. Anstatt die Klimafolgen nur im globalen Sinne zu beschreiben, ist es ebenso wichtig, auch die unmittelbaren und längerfristigen regionalen Folgen auf den Einzelnen zu beziehen. Wie bedroht mich der Klimawandel? Wie macht er mich ärmer? Wird mein Leben unsicherer und ungerechter? Die Klimaforschung geht diesen und weiteren Fragen nach und versucht durch regionale Berichte den vielfach unfassbaren und auch oftmals schleichenden Prozess des Klimawandels detailliert zu beschreiben –  gerade mit Blick auf solche konkreten Fragen.

 

Dr. Markus Groth vom Climate Service Center Germany (GERICS) des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht hat an zahlreichen solcher Studien mitgewirkt. Er befasst sich vor allem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiesektor und weitere „Kritische“ Infrastrukturen, mit der Analyse des politischen Rahmens der Energiewende im Hinblick auf die Berücksichtigung von Klimawandelfolgen, mit der Ermittlung und Einordnung unternehmerischer Chancen und Risiken in Folge des Klimawandels sowie der Beratung von Städten/Kommunen im Hinblick auf die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Er kann und will Auskunft geben, was auf uns alle durch den  Klimawandel zukommen kann – und wie wir uns an die jetzt schon unvermeidlichen Folgen zumindest noch bestmöglich anpassen können.

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Voranmeldung wird erbeten unter . Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

 


 

Die Renaissance der alten Weltpolitik oder Vom "Ende der Geschichte" zur "Zeitenwende"
Vortrag mit Dr. Udo Metzinger
10.03.2023, 19:00 Uhr, Ratssaal des Rathauses

 

Dr. Udo MetzingerDas "Ende der Geschichte" nannte Francis Fukuyama Ende der 80er Jahre die anbrechende neue Ära der internationalen Politik. Der Wettstreit der Systeme, prägendes Bild das 'Kalten Krieg', schien ein für alle Mal überwunden. Die westliche Welt mit ihren Demokratien und liberalen Gesellschaftsentwürfen erschien unangefochten als das Endprodukt weltgeschichtlicher Auseinandersetzungen, attraktiv für alle mit ihrem Versprechen von Freiheit und Wohlstand.

 

Spätestens seit dem Angriff auf die Ukraine ist klar, die Geschichte hat ihr Ende noch lange nicht gefunden. Die Rivalität von Systemen ist zurück. Autoritäre Regime wie China und Russland wollen die Welt zu ihren Gunsten und mit allen Mitteln neu ordnen. Die empfundene Hegemonie westlicher Werte und Wirtschaftskraft soll zurückgedrängt werden. Bestehende Machstrukturen werden herausgefordert werden, insbesondere der Weltmachtanspruch der USA oder die Wirtschaftsmacht Europas. Diesen neuen Kampf der Systeme auf offener Weltbühne will Dr. Udo Metzinger in seinem Vortrag anschaulich und verständlich analysieren. Ein Blick in das neue Kapitel der Weltgeschichte, welches gerade geschrieben wird, mit offenem Ausgang für die Zukunft und vielen Geistern der Vergangenheit, wie Imperialismus, Nationalismus und Krieg, die manche schon überwunden glaubten.

 

Dr. Udo Metzinger ist seit vielen Jahren in der Politischen Bildungsarbeit tätig, u.a. im Netzwerk Politische Bildung in der Bundeswehr, an verschiedenen Akademien und für viele freie Träger der Politischen Bildung.

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Voranmeldung wird erbeten unter . Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

 


 

Völkische Landnahme - Eine unterschätzte Gefahr
Vortrag mit Andrea Röpke
22.02.2023, 19:00 Uhr, Ratssaal des Rathauses

 

Journalistin und Buchautorin Andrea RöpkeSeit Jahren siedeln sich junge Rechtsextreme bewusst in ländlichen Regionen an, um dort generationsübergreifend »nationale Graswurzelarbeit« zu betreiben. Dieser unauffällige Aktionismus ist gegen die moderne und liberale Gesellschaft der Großstädte gerichtet, es herrschen alte Geschlechterbilder und autoritäre Erziehungsmuster vor. Die Aussteiger von rechts betreiben ökologische Landwirtschaft, pflegen altes Handwerk und nationales Brauchtum, organisieren Landkaufgruppen und eigene Wirtschaftsnetzwerke, die bundesweit agieren. Sie bringen sich in örtlichen Vereinen ein und gehen in die lokale Politik, um Umweltschutz mit »Volksschutz« zu verbinden und eine angebliche »Überfremdung « zu verhindern. Wie in allen Bundesländern vernetzen sich auch in Schleswig-Holstein völkische Rechtextreme unter anderem auch mit sogenannten Reichsbürgern und esoterisch-alternativen AnhängerInnen der russischen Anastasia-Bewegung. Aus diesen

Netzwerken sind während der Pandemie  Freilerner-Gruppen und freie Schulinitiativen von rechts entstanden.

Die ausgewiesene Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke verfolgt zusammen mit ihrem Kollegen Andreas Speit seit Jahren diese kaum beachtete Entwicklung. Sie zeigen die historischen Wurzeln und aktuellen Vernetzungen auf, die bis in die Parlamente reichen. Über diese unterschätzte Gefahr berichtet sie in ihrem Vortrag. 

 

Der Vortrag wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Voranmeldung wird erbeten unter . Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei erreichbar.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

Demokrat*innen bei der Arbeit
Bundesprogramm Demokratie leben!