Trägerkonferenz übernimmt Verantwortung in der Internationalen Begegnungsstätte 'Lohgerberei'
Seit 1994 betreibt der Verein Miteinander leben e.V. die Internationale Begegnungsstätte »Lohgerberei« ehrenamtlich. Sie ist ein Ort der Demokratiebildung, der Vielfaltgestaltung, der Antirassismusarbeit sowie der interkulturellen und sozialen Begegnung. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde dem Verein seinerzeit von der Stadt Mölln per Schenkungsvertrag übertragen und befindet sich seitdem in dessen Eigentum.
Über die Jahre gab es unterschiedliche Nutzungskonzepte. In der Anfangsphase fanden dort vor allem Projekte der praktischen Nachbarschaftshilfe ihren Raum, doch schon sehr früh kamen Angebote der politischen Bildung mit dem Fokus auf Demokratiestärkung und den Kampf gegen Rechtsextremismus hinzu. Um die Jahrtausendwende rückten immer stärker demokratiebildende Jugendprojekte in den Mittelpunkt. Daraus entwickelte sich eine Jugendbildungsinitiative, die das Vereinsleben bis heute prägt. Aber auch soziokulturelle Angebote wie Kultur- und Begegnungsveranstaltungen oder die legendären Folkkonzerte füllten das Haus. Dieses stand dabei stets auch anderen Nutzergruppen offen, die sich den Werten des Hauses verbunden fühlten. So war es selbstverständlich, die Begegnungsstätte ab 2015 sowohl für Angebote der „Willkommenskultur“ als auch für das „Repair-Café“ zu öffnen.
Eine Wandlung des Hauses hin zu einer hauptamtlich geführten Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte – mit dem Auftrag, das Gedenken an die „Möllner Brandanschläge“ im Sinne der Betroffenen lebendig zu halten und als Anlaufstelle für Antirassismusarbeit im ländlichen Raum zu wirken – ließ sich nicht verwirklicht werden. Erfolgreich war jedoch die Idee, die »Lohgerberei« als Ort des gesellschaftlichen Zusammenhalts weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Räume für Menschen und Initiativen zu öffnen, die aktiv zu einem besseren Miteinander in unserer Gesellschaft beitragen möchten.
Genau dafür wurde jetzt eine wichtige Voraussetzung geschaffen: Auf Grundlage einer neu erarbeiteten Nutzungsordnung wurde eine Trägerkonferenz eingerichtet. Die Ordnung sieht eine weitgehende Öffnung des Hauses vor. Gleichzeitig bindet sie alle Hausnutzer*innen über ein verbindliches Entscheidungs- und Beteiligungsgremium in die gemeinsame Verantwortung für den Hausbetrieb ein.
Die Gründung der Trägerkonferenz erfolgte am 1. Juni 2026 mit insgesamt sieben Nutzergruppen, die die Geschicke des Hauses ab sofort gemeinschaftlich lenken. Als Gegenleistung für die kostenfreie Nutzung übernehmen sie verbindlich festgelegte Hauspflichten. Die Trägerkonferenz hat zudem das Recht, weitere Nutzungen im Haus zuzulassen. Voraussetzung hierfür ist, dass diese der Förderung interkultureller Begegnung, dem Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus, der Stärkung der demokratischen Kultur oder der Vielfalt und Teilhabe dienen und im Sinne eines solidarischen Miteinanders stattfinden. Neue Nutzer*innen werden grundsätzlich Mitglied der Trägerkonferenz und übernehmen wie alle anderen Mitstreitenden Verantwortung für das Haus. Interessierte können sich direkt per E-Mail an den Verein Miteinander leben e.V. wenden: . Die neue Nutzungsordnung ist als Anhang beigefügt.
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Downloads
Weitere Meldungen
Politische Bildungsreihe "SelbstVerständlich Politik" diskutiert zum Krieg in der Ukraine
Mo, 31. August 2026
Seit vielen Jahren engagieren sich die Ratzeburger Volkshochschule und der Verein Miteinander ...
Deutsch-britisches Jugendprojekt »Bridging Voices« nimmt erste Formen an
Mi, 12. August 2026
Mit einem Besuch in Oldham (Greater Manchester) hat der Verein Miteinander leben e.V. die ...










