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Deutsch-britische Projektkooperation »Bridging Voices« nimmt Kurs auf die nächste Förderphase

Am zweiten Septemberwochenende empfing der Verein Miteinander leben e.V. eine Delegation von Peshkar Productions aus dem britischen Oldham zu einem arbeitsreichen Gegenbesuch in Mölln. Gemeinsam mit jungen Künstlerinnen, regionalen Kreativen aus den Bereichen Theater, Musik und Digital Arts sowie dem lokalen Antirassismus-Trainerteam wurde ein wegweisendes Projektkonzept erarbeitet. Damit ist der Grundstein für die Bewerbung für die nächste Förderphase Programm britisch-deutschen Kulturprogramm 'Cultural Bridge' gelegt.

 

Die Teams des Vereins Miteinander leben e.V. und Peshkar Productions vor der Internationalen Begegnungsstätte 'Lohgerberei' © Verein Miteinander leben e.V. 

Nachdem eine Delegation aus Mölln im Sommer bereits Einblicke in die strukturellen Herausforderungen des nordenglischen Oldhams gewonnen hatte, stand der Gegenbesuch ganz im Zeichen der gemeinsamen inhaltlichen Weiterentwicklung. 

 

Das geplante bilaterale Vorhaben trägt den Titel "Bridging Voices: Youth Arts for Inclusion". Im Zentrum der Projektidee steht die gemeinsame Organisation einer künstlerischen Laborwoche. Darin sollen junge Menschen, die von Rassismus und Ausgrenzung betroffen sind, über verschiedene Kunstangebote einen kreativen Ausdruck für ihre Erfahrungen finden. Geleitet werden soll das Labor von Künstlerinnen und Künstlern aus Oldham und der Region Mölln.

 In einer kreativen Arbeitssitzung wurde die gemeinsame Projektidee von 'Bridging Voices' konkretisiert © Verein Miteinander leben e.V. 

Spiegel der Identität: „Warum bin ich hier? – Warum bist du hier?“

Inhaltlich widmet sich die Projektidee vor allem der Frage nach der eigenen und der zugeschriebenen Identität. Unter der Leitfrage „Warum bin ich hier? – Warum bist du hier?“ sollen die Jugendlichen in künstlerisch unterschiedlicher Weise ermutigt werden, den Blick auf sich selbst zu richten und ihre Identität zu erforschen. Dabei sollen sie sich auch aktiv mit diskriminierenden Zuschreibungen auseinandersetzen, die ihnen im Alltag begegnen oder die sie selbst, bewusst oder unbewusst, ausüben. Wie sehr beeinflussen oder definieren solche Fremdbestimmungen die eigene Identität? Wie sehr akzeptiert man diese Zuschreibungen? Und bietet Kunst vielleicht einen Rahmen, sich davon zu befreien?  

 

Inspirierender Auftakt mit Stadtrundgang und historischem Bezug

Eingebettet war das Arbeitswochenende in einen gemeinsamen Stadtrundgang durch Mölln. Der Fokus lag dabei auf den Möllner Brandanschlägen von 1992 und deren bis heute spürbaren Wirkungen in der Stadtgesellschaft. Brücken schlug dabei auch die Figur des in Mölln begraben berühmten Schalks Till Eulenspiegel – insbesondere das symbolträchtige Motiv des Spiegels passte thematisch perfekt zum Projektansatz.

 Ein inspirierender Stadtrundgang in Mölln bereicherte die gemeinsame Projektarbeit (vl.) David Holden-Locke, Steph Brocken, Mark Sauer, Jörg-Rüdiger Geschke und Jim Johnson © Verein Miteinander leben e.V. 

Mit den im Workshop gebündelten kreativen Kräften und dem ausgearbeiteten Konzept sieht sich das Team bestens gerüstet, um sich nun erfolgreich für die Nachfolgeförderung von 'Cultural Bridge' zu bewerben und das transnationale Jugendkunstprojekt im kommenden Schritt Realität werden zu lassen.

 

Über das Programm:

'Cultural Bridge' fördert bilaterale Kulturpartnerschaften zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland durch die Kooperation namhafter Institutionen wie dem Arts Council England, Arts Council of Northern Ireland, British Council, Creative Scotland, Fonds Soziokultur, Goethe-Institut London und Wales Arts International / Arts Council of Wales. Im Fokus stehen partizipative Kunstprojekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Fr, 09. Oktober 2026

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