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"Das Trauma bleibt": Bewegende Zeitzeugenschaft bei Ausstellungseröffnung in Bargteheide

Wenn Geschichte ein Gesicht bekommt, herrscht im Saal oft betroffene Stille. So geschehen bei der Eröffnung der Ausstellung "Mölln nach Mölln – Zwischen Erinnern und Vergessen" im Stadthaus Bargteheide. Im Dialog mit Frank Feier, dem Leiter der VHS Bargteheide, schilderte der Zeitzeuge Veli Yaşar eindringlich, wie der rassistische Brandanschlag in der Möllner Ratzeburger Straße von 1992 sein Leben bis heute zeichnet.

 Veli Yaşar (li.), Überlebender des Möllner Brandanschlages in der Ratzeburger Straße, Mark Sauer von Verein Miteinander leben e.V. und Frank Feier von der VHS Bargteheide © Anna Roggensack 

Veli Yaşar war noch ein Kind, als die Flammen sein Zuhause angriffen. Seine Schilderungen machten deutlich: Ein solcher Anschlag endet nicht, wenn das Feuer gelöscht ist – er brennt sich in die Biografien der Betroffenen ein. Er berichtete sehr persönlich von einem Trauma, das ihn bis in die Gegenwart verfolgt und seinen Alltag beeinträchtigt.

 

Besonders erschütternd waren Yaşars Erinnerungen an seine Jugend im Mölln der Nachwendejahre, die von ständigen Auseinandersetzungen mit Neonazis geprägt war. Rassismus war für seine Familie keine abstrakte Gefahr, sondern gewalttätige Realität. So berichtete er, dass sogar seine Großmutter – die ebenfalls in der Ausstellung porträtiert wird – von rechten Schlägern angegriffen wurde, allein weil sie ein Kopftuch trägt.

 

Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V., erläuterte zu Beginn die Hintergründe des Projekts. Während der Anschlag in der Mühlenstraße weltweit bekannt wurde, geriet das Schicksal der 32 Bewohner*innen der Ratzeburger Straße oft in den Hintergrund. Die Ausstellung, die Porträts des Fotografen Andreas Walle und Interviews von Möllner Schülern mit den Überlebenden zeigt, will genau diese Lücke schließen und den Betroffenen ihre Stimme zurückgeben.

 

Veli Yaşar engagiert sich heute aktiv in der Erinnerungsarbeit, um sicherzustellen, dass die Perspektive der Überlebenden gehört wird und sich solche Taten nicht wiederholen.

 

Hinweise zur Ausstellung:
 

Die Dokumentation ist noch bis zum 3. April 2026 im Foyer des Stadthauses Bargteheide (Am Markt 4) zu sehen. Der Eintritt ist frei. Sie ist Teil der Aktivitäten im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

 

 Plakat zur Austellung Ausstellung „Mölln nach Mölln – Zwischen Erinnern und Vergessen“  in Bagrteheide 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Di, 24. März 2026

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