"Rassismus überwinden" - Konferenz im Seminarformat

Antirassismusarbeit im ländlichen Raum zu etablieren, stößt auf viele Herausforderungen. Es gibt hier kaum migrantischen Communities, die organisiert sind und politisch arbeiten. Die meisten Menschen mit Migrationshintergrund leben vereinzelt, sind bestenfalls verbunden in kleinen Netzwerken der Selbsthilfe. Es gibt hier kaum bis keine Beratungsstrukturen für Betroffene von Rassismus und Diskriminierung. Es gibt teilweise noch nicht einmal ein Problembewusstsein in der Mehrheitsgesellschaft, dass Rassismus und Diskriminierung hier im ländlichen Raum alltäglich vorkommen. ”Bei uns gibt es keinen Rassismus!” wird oft gesagt. Eine Wahrnehmung, die nicht boshaft gemeint ist. Sie spiegelt nur wider, dass sich Menschen der Mehrheitsgesellschaft mit Betroffenen nur selten über Rassismus und Diskriminierung austauschen. Sie spiegelt nur wider, dass Betroffene dies auch selbst wenig thematisieren und lieber unsichtbar und damit weniger angreifbar bleiben wollen. Hier besteht ein konkreter Handlungsbedarf. Es werden Konzepte für eine erfolgreiche Antirassismusarbeit im ländlichen Raum gesucht und dringend gebraucht, Konzepte, die sich am Bedarf und vor allem an den Möglichkeiten des ländlichen Raums orientieren.

 "Rassismus ist (un)überwindbar?!" - Auftaktkonferenz in 2024 © Verein Miteinander leben e.V. 

Der Verein Miteinander leben e.V. möchte am 10.05.2025 von 09:30 - 17:00 Uhr in der Internationalen Begegnungsstätte "Lohgerberei" auf einer Konferenz im Seminarformat hier mit Betroffenen, mit Multiplikator*innen aus der Beratungsarbeit und aus der Zivilgesellschaft, aber auch mit interessierten Bürger*innen Diskussionen führen, wie diese Unterstützung im ländlichen Raum besser organisiert werden kann. Dabei sollen auch wirksame Formen der Präventionsarbeit gegen Rassismus und der Aufbau von arbeitsfähigen Netzwerkstrukturen im ländlichen Raum erörtert und erarbeitet werden.
 

Der Schwerpunkt liegt in diesem Workshop auf der Frage zur Erreichbarkeit von Betroffenen und zur Organisation von Beratungsstrukturen im ländlichen Raum (vordringlich ehrenamtlich oder aus der migrantischen Selbstverwaltung heraus). Gemeinsam soll der Ist-Zustand analysiert, die mögliche Ressourcen beschrieben, Best-Practice-Beispiele aus dem ländlichen Raum bewertet, Ideen entwickelt und kritisch auf ihre Praktikabilität hinterfragt werden. In dieser Weise sollen zwei Konzeptbausteine für eine funktionierende Antirassismusarbeit im ländlichen Raum entstehen.


Programm:

Seminarteil 1: "Erreichbarkeit von Betroffenen im ländlichen Raum"
Seminarteil 2: "Migrantische Communities – Wege zur Selbstorganisation!"
Seminarteil 3: "Antirassistische Beratungsstrukturen im ländlichen Raum - Eine Bestandsaufnahme"
Seminarteil 4: "Gemeinsame Konzeptarbeit"


Referent*innen:

Evans Gumbe ... ist Lehrbeauftragter (M.A.) an der Universität Lübeck, interkultureller Trainer und Projektmanager im Bereich Internationales an der Technischen Hochschule Lübeck

 

Gesine Gondesen … ist zertifizierte Trainerin und Referentin im Bereich Diversity mit dem Schwerpunkt Rassismussensibilisierung

 

Susanna Yeboah … ist Sozialpädagogin (M.A.) mit dem Schwerpunkt auf diskriminierungskritische und diskriminierungsfreie Pädagogik und Projektleiterin beim Sozialträger Sprungtuch e.V. in Lübeck mit einem Schwerpunkt auf digitale und analoge Veranstaltungen im Bereich Antidiskriminierung


Stefan Wickmann ... ist Leiter des Kompetenz- und Beratungszentrum gegen Diskriminierung beim Antdiskriminierungsverband S.-H.

 

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist obligatorisch unter

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Fr, 04. April 2025

Weitere Meldungen

Deutsch-britisches Jugendprojekt »Bridging Voices« nimmt erste Formen an

Mit einem Besuch in Oldham (Greater Manchester) hat der Verein Miteinander leben e.V. die ...

Verein Miteinander leben e.V. startet deutsch-britisches Jugendprojekt "Bridging Voices"

Mölln / Oldham. Großer Erfolg für die interkulturelle und demokratiefördernde Arbeit im ...